Ängste & Sorgen aus biblischer Sicht

Ängste & Sorgen aus biblischer Sicht

Angst überwinden – Ängste und Sorgen gehören zu unserer Existenz in einer gefallenen Welt

ängste und sorgen überwinden




Ängste überwinden – Diese Welt ist nicht harmonisch, gut und Geborgenheit vermittelnd, so wie sie einst von Gott geschaffen worden war. Sie ist seit dem Sündenfall in der Gewalt des Bösen (1 Joh 5,19), sie ist voller Unsicherheiten, ungeahnter Bedrohungen und Ungerechtigkeiten.

In dieser Welt finden wir Lüge und Betrug, Übervorteilung und Raub, Wucher und Ausbeutung, Machtmißbrauch und Grausamkeit, Rücksichtslosigkeit und Gleichgültigkeit, Eigensucht und Gewinnsucht, Treuebruch und Rechtsbruch, Krankheit und Siechtum, Not und schreckliche Erlebnisse, plötzlich hereinbrechende Leiden und jähen Tod.

Wenn wir heute noch ruhig und sicher leben, kann das morgen schon ganz anders sein. Kein Mensch vermag seine Zukunft vorherzusehen; niemand weiß, ob der morgige Tag Glück bringt oder Schrecken. So ist es auch verständlich, dass der Mensch, aus der Geborgenheit der Gemeinschaft mit seinem Schöpfer gefallen, auf die Bedrohungen und Bedrängnisse dieser Welt mit Ängsten und Sorgen reagiert.

Diese beiden Gefühle des Menschen sind nah miteinander verwandt; man könnte vielleicht sagen, dass Ängste mehr die Furcht vor gegenwärtigen realen (oder eingebildeten) Gefahren betreffen, während Sorgen sich mehr mit zukünftigen Bedrohungen unserer Existenz beschäftigen.


Angstzustände aus biblischer Sicht – In der Praxis geht beides Hand in Hand

Angst ist eher ein akut bedrängendes Gefühl der Bedrohung, das mit Erregung, Fluchtimpulsen oder aggressiver Abwehr gepaart ist, während Sorgen mehr in der Gedankenwelt angesiedelt sind und schwere, lähmende Lasten auf das Gemüt legen. Die Nöte des gefallenen Menschen werden dadurch noch verstärkt, dass Ängste und Sorgen nicht allein durch reale Bedrohungen ausgelöst werden können, sondern oft genug durch eingebildete Gefahren.

Man sorgt sich vielleicht davor, eine schwere Krankheit zu bekommen oder arbeitslos zu werden, obwohl dies gar nicht eintrifft. Man hat Angst vor Schicksalsschlägen, die nie kommen. Doch andererseits leben manche Menschen sorglos vor sich hin, und plötzlich trifft sie ein schwerer Schlag, mit dem sie nie gerechnet hätten. So ist Furcht und Sorge nicht unbegründet, und die Sorglosigkeit der Sünder ist nichts als Selbsttäuschung. Das Geschick des Gottlosen wird schon im AT beschrieben:

„(…) wenn das kommt, was ihr fürchtet, wenn das, was ihr fürchtet, als Verwüstung über euch
kommt und euer Unheil euch überraschen wird wie ein Sturm, wenn euch Angst und Not
überfällt!“ Spr 1,26-27).

So sind Ängste und Sorgen zunächst einmal eine Widerspiegelung des ungeborgenen, verletzlichen und zerbrechlichen Zustandes der menschlichen Existenz in einer von der Sünde gezeichneten, von Gott entfremdeten Welt. Im besonderen sind sie der Fluch eines von Gott getrennten Lebens, wie es die allermeisten Menschen führen – sie folgen ihren sündigen Begierden, sie leben ohne Gott und gegen Gott als trotzige, einsame Rebellen; sie tun, was ihnen gefällt – sie bedrängen und verletzen dabei andere Sünder, die dasselbe tun, und werden von solchen Sündern bedrängt und verletzt, die ihrerseits tun, was ihnen gefällt.

Sie haben sich von der Gemeinschaft mit ihrem Schöpfer  abgewandt, der allein ihnen Geborgenheit und Trost, Sicherheit und Frieden geben könnte, und sie sind letztlich alleine dem ausgeliefert, was ihnen als blindes Schicksal erscheint. Die Ängste und Sorgen der gottentfremdeten modernen Menschen sind ein Symptom ihrer tödlichen Krankheit, der Trennung von Gott, die durch die Sünde kam.


Anders sieht es bei Kindern Gottes aus

Ganz anders sieht es mit den Kindern Gottes aus, den an den Herrn Jesus Christus Gläubigen, die in Johannes 16 angesprochen werden. Sie sind nicht mehr in der Gottentfremdung; sie sind nicht mehr einsame Rebellen, einem blinden Schicksal ausgeliefert und können Ängste überwinden mit Gottes Hilfe.

Sie sind begnadigte, geliebte Kinder des gütigen, allmächtigen Gottes, der Himmel und Erde geschaffen hat. Sie dürfen kostbare Gemeinschaft mit ihrem Gott haben, den sie als VATER anrufen können. Sie sind Geborgene, Beschirmte, Getragene, über denen die allmächtige Hand ihres Gottes wacht und waltet. Sie dürfen rufen:

„Ist Gott für uns, wer kann gegen uns sein?“ (Röm 8,31).

Und dennoch gilt, was unser Herr seinen Jüngern sagte: „In der Welt habt ihr Bedrängnis“. Unsere Beziehung zu unserem Gott und Schöpfer wurde wiederhergestellt, und wir sind bei Ihm geborgen – aber wir leben immer noch in einer unerlösten Welt, die den Kindern Gottes feindlich gegenübersteht. Wir sind von den allgemeinen Folgen des Sündenfalles nicht ausgenommen, unter denen auch
die Sünder seufzen – auch wir können von Krankheit und allerlei Nöten, von Arbeitslosigkeit, Verbrechen, Machtmißbrauch und anderen Übeln dieser Welt betroffen sein.

Innerlich haben wir Versöhnung, Frieden und volle Genüge, aber in unserem äußeren Leben sind wir noch manchen Spuren der
Sünde, manchen Auswirkungen der bösen Welt ausgeliefert. Deshalb können Kinder Gottes sehr wohl auch noch Angstzustände, Ängste und Sorgen haben. David betete:

„Die Ängste meines Herzens haben sich vermehrt; führe mich heraus aus meinen Nöten!“ (Ps 25,17).

Auch Paulus bekannte:

„Denn als wir nach Mazedonien kamen, hatte unser Fleisch keine Ruhe, sondern wir wurden auf alle Art bedrängt, von außen Kämpfe, von innen Ängste“ (2Kor 7,5).

Gott hat dies in Seiner Weisheit so geordnet. Er lässt es auch zu, dass wir noch Ängste und Sorgen haben; sie sollen uns eigentlich näher zu Ihm führen und unseren Glauben stärken, wenn wir mit Gottes Treue und Hilfe unsere Ängste überwinden. Allerdings haben die Ängste und Sorgen der Kinder Gottes ein anderes Wesen und andere Auswirkungen als diejenigen der Sünder.

Die Ängste und Sorgen der Sünder sind düstere Vorboten der ewigen Angst und des Schreckens, der einmal ihr Teil in der Hölle sein wird, wenn sie nicht umkehren. Sie sind insofern berechtigt und unvermeidlich. Durch Gottes Gnade können solche Ängste manchmal auch ein Antrieb sein, dass sündige Menschen in ihrer Bedrängnis den Herrn suchen und errettet werden. Die Ängste und Sorgen der Kinder Gottes dagegen sind nur vorübergehende Schatten, die in Zukunft, im ewigen Sonnenlicht der vollendeten Gemeinschaft mit Gott völlig verschwunden sein werden; sie sind darüber hinaus eigentlich unnötig und unwirklich, Symptome der Schwachheit des Fleisches angesichts der uns verheißenen umfassenden Fürsorge unseres Gottes.

Unsere Herr ermuntert uns, dass wir getrost sein sollen und unsere Ängste überwinden können, wir dürfen unerschrocken und mutig in die Zukunft gehen, weil wir einen wunderbaren Herrn und Erlöser haben, der am Kreuz unsere Schuld getilgt und auch diese böse, gottesfeindliche Welt besiegt und überwunden hat für immer. Wenn wir auf unseren Herrn und Retter blicken, der uns Schutz und Hilfe, Versorgung und Sieg verheißen hat, dann muss wahrhaftig „Furcht und Sorge von mir fliehen“, wie es in dem Lied heißt.


Ängste überwinden mit Gottes Hilfe

Der Glaubensblick auf unseren wunderbaren Herrn – Wie können wir nun unsere Ängste überwinden? Die Grundhaltung, die wir im Kampf zum Ängste überwinden brauchen und immer wieder bewußt einnehmen sollten, ist der Glaubensblick auf unseren herrlichen Erlöser und Beschützer, den Herrn Jesus Christus, sowie auf unseren Gott und Vater, der so gütig und treu für uns sorgt. Wir Christen müssen uns öfter mal klar machen, dass der Herr und unvorstellbar liebt. (Siehe Gottes Liebesbrief an Dich!)

ängste überwinden
„(…) laßt uns jede Last ablegen und die Sünde, die uns so leicht umstrickt, und laßt uns mit Ausdauer laufen in dem Kampf, der vor uns liegt, indem wir hinschauen auf Jesus, den Anfänger und Vollender des Glaubens, der um der vor ihm liegenden Freude willen das Kreuz erduldete und dabei die Schande für nichts achtete, und der sich zur Rechten des Thrones Gottes gesetzt hat. Achtet doch auf ihn, der solchen Widerspruch von den Sündern gegen sich erduldet hat, damit ihr nicht müde werdet und den Mut verliert!“ (Hebr 12,1-3)

Immer dann, wenn wir uns von Ängsten und Sorgen überwältigen lassen, hat das eine verborgene Ursache: unser Glaube, unser einfältiges Vertrauen auf den Herrn ist getrübt, und wir wachen nicht, stehen nicht fest im Glauben (vgl. 1Kor 16,13). So erging es auch den Jüngern in ihrem Schiff, als der Sturm kam und sie vor Furcht fast vergingen. Der Herr mußte ihnen sagen:

„Seid getrost, ich bin’s; fürchtet euch nicht!“, und Er mußte Petrus tadeln: „Du Kleingläubiger, warum hast du gezweifelt?“
(Mt 14,27.31).

Wenn unser Blick nicht auf den Herrn Jesus gerichtet ist, wenn wir nicht im Glauben erkennen, daß unser allwissender, allgegenwärtiger und allmächtiger Herr bei uns ist und allezeit alles völlig in der Hand hält, dann werden wir voll Furcht, wir verzagen und sind gar verzweifelt.

So, lesen wir schon im AT immer wieder die tröstlichen Aufforderungen Gottes an die Gläubigen, doch auf den HERRN zu blicken und mit Ihm zu rechnen:

Fürchte dich nicht, denn ich bin mit dir; sei nicht ängstlich, denn ich bin dein Gott;
ich stärke dich, ich helfe dir auch, ja, ich erhalte dich durch die rechte Hand meiner
Gerechtigkeit! (Jes 41,10)

So fürchte dich nicht, du Würmlein Jakob, du Häuflein Israel; denn ich helfe dir,
spricht der HERR, und dein Erlöser ist der Heilige Israels. (Jes 41,14)
Der HERR aber ist es, der selbst vor dir hergeht, er wird mit dir sein und wird dich
nicht aufgeben noch dich verlassen; fürchte dich nicht und erschrick nicht! (5Mo
31,8)

Fürchtet euch nicht vor ihnen; denn der HERR, euer Gott ist es, der für euch
kämpft! (5Mo 3,22)

So dürfen auch wir, wenn Furcht und Sorge uns überwältigen will, unseren Glaubensblick auf den Herrn richten. Der Herr hat alles unter Kontrolle! Er wird uns durchtragen und am Ende aus unserer Notlage wunderbar hinausführen mit seiner Hilfe werden wir unsere Ängste überwinden! Er sorgt für uns und füllt allen unseren Mangel aus! Er weiß wunderbare Wege, um uns zu helfen und ans Ziel zu bringen – Wege, die dem Menschenverstand zu hoch und unbegreiflich sind.

Deshalb muss der Glaube der Versuchung widerstehen, alles zu begreifen oder im voraus kalkulieren zu wollen, was der Herr tut – wir sollen still vertrauen, uns ganz dem Herrn anvertrauen, dann führt Er es wunderbar hinaus.

„Wohl dem, der den HERRN fürchtet, der große Freude hat an
seinen Geboten! Vor der Unglücksbotschaft fürchtet er sich nicht; sein Herz vertraut fest
auf den HERRN. Sein Herz ist getrost, er fürchtet sich nicht, bis er seine Lust an seinen
Feinden sieht.“ (Ps 112,1.7-8). 

Wichtig ist das Vertrauen auf Gottes Verheißungen, auf die vielen Zusagen in Gottes Wort, die dem Gläubigen Schutz und Hilfe, Fürsorge und Bewahrung von Gott zusprechen. Wir überwinden unsere Ängste und Sorgen, indem wir Gott beim Wort nehmen und uns einfältig auf die Zusagen in Gottes Wort stützen.

Wenn wir so auf den Herrn vertrauen, dann können wir unsere Ängste überwinden, dann dürfen wir im Glauben zuversichtlich mit David bekennen:

„Der HERR ist mein Licht und mein Heil, vor wem sollte ich mich fürchten? Der HERR ist meines Lebens Kraft, vor wem sollte mir grauen?“ (Ps 27,1).

Ja, sogar in großen Nöten und Anfechtungen dürfen wir dann Geborgenheit erfahren:

„Und wenn ich auch wanderte im finsteren Todestal, so fürchte ich kein Unglück; denn du bist bei mir, dein Stecken und dein Stab, die trösten mich.“ (Ps 23,4).


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